Sportfreunde SeligenstadtSportfreunde Seligenstadt...noch nicht 60 Jahre alt – ein noch relativ junger Verein. Aber trotzdem haben sie Tradition die Seligenstädter Sportfreunde. Die Tradition nämlich, nach Kriegsende bei der Gründung alles über Bord gestreift zu haben, was als Ballast aus der Vergangenheit hätte angesehen werden können. Mit anderen Worten: Die Seligenstädter Sportfreunde hätten leicht an irgendeine Vergangenheit anknüpfen und sich damit die „Wiedergründung“ sowohl, als auch das geeignete Jahr zum Feiern eine hohen Jubiläums aussuchen können. Sie taten es nicht. „Wir sind Sportfreunde im wahrsten Sinne des Wortes und deshalb bauen wir uns eine neue Zukunft“ sagten sie damals. Es befanden sich im Jahr 1946 unter den Gründern und auch in entscheidenden Vorstandspositionen in den folgenden Jahren eine ganz Reihe von Sportanhängern, die das grün-weiße Trikot der Deutschen Jugendkraft (DJK) trugen, eine auch konfesionell orientierten Sportbewegung, die im Dritten Reich aufgelöst wurde. Sie waren aber zusammen mit den übrigen Vereinsgründern der Auffassung, dass weltanschauliche oder politische Gesichtspunkte im Sportbetrieb nicht zu suchen haben. Ein ganz neuer Verein sollte gegründet werden.

Nun, der Krieg war zu Ende, nicht aber die fast unüberwindlichen Schwierigkeiten des täglichen Lebens. Die Grundstimmung in der Bevölkerung schlug von lähmenden Entsetzen relativ schnell in eine Aufbruchstimmung um. Trotz aller Wirrnisse war der Wille zum Aufbau und Neuanfang zu spüren.

Sportfreunde VereinshausNachdem aus verschiedenen Reihen der Seligenstädter Bevölkerung der Wusch geäußert wurde, einen neuen Sportverein ins Leben zu rufen, trafen sich am 2. Oktober 1946 abends um 21.00 Uhr im Gasthaus „Frankfurter Hof“ Alfons Stenger, Karl Schweinfurth, Josef Kronenberger, Hans Großmeyer, Josef Sprey, Karl Stenger, Jakob Beike, Georg Biegel, Jakob Oger, Wilhelm Eiles und Hans Zöller um sich mit der Frage zu beschäftigen, ob dies überhaupt möglich ist. Nach eingehender Aussprache wurde beschlossen, einen neuen sporttreibenden Verein zu gründen. Wie das Protokoll über diese Zusammenkunft aussagt „sollen diesem neuen Verein nur anständige, ehrliche und charaktervolle Mensch beitreten. Über jede Aufnahme soll ein zu bildender Ausschuss entscheiden.“

Die Vereinsgründer waren sich einig, ein breitgefächertes Sportangebot anzubieten, nämlich Leichtathletik, Fußball, Schwimmen, Tischtennis und Schach.

Bereits am 6. Oktober 1946 traf sich schon ein größerer Kreis von Personen zur Ausarbeitung der erforderlichen Papiere, die zur Genehmigung des Vereins durch die Militärregierung (Sportausschuss) benötigt werden. Denn wer organisiert im Verein Sport treiben wollte, musste eine Lizenz beantragen und einen unbelasteten Vorstand aufweisen. Die erforderlichen Schriftstücke wurden schnellstmöglich zusammengestellt. Unter anderem konnte schon eine beachtliche Mitgliederliste von 40 Personen mit vorgelegt werden. Mit dem Wunsche, dass in Zukunft „Fortuna“ dem neuen Verein „SPORTFREUNDE SELIGENSTADT“ beistehen möge, trennten sich die Anwesenden.

Der Sportausschuss genehmigte schließlich am 6. Dezember 1946 den Verein.

Im Vereinslokal „Frankfurter Hof“ wurde am 11. Dezember 1946 den versammelten Mitgliedern mitgeteilt, dass ihre Mühen den Verein „Sportfreunde“ ins Leben zu rufen, nicht vergebens waren. Unter der Prämisse „Es gilt für uns ab heute ein rastloses Schaffen“ konnte die Arbeit aufgenommen werden und bis zur ersten Hauptversammlung ein Vorstand mit

  • Karl Schweinfurt
    1. Vorsitzender
  • Georg Biegel
    2. Vorsitzender
  • Josef Kronenberger
    Schriftführer
  • Josef Sprey
    Rechner
  • Paul Körner
    Kassierer

gewählt werden.

Das Bestehen eines neuen Sportvereins wurde nunmehr auch der breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht. So konnte die erste Hauptversammlung für 20. Dezember 1946 einberufen werden. Karl Schweinfurth war in der „Gründerzeit“ als 1. Vorsitzender tätig. Im folgte Hans Großmeyer, der in der entscheidenden Zeit des Anfangs die Vereinsgeschicke leitete.

Mit großen Schwierigkeiten, aber stets mit Idealismus und Optimismus, hatten die Verantwortlichen in der Anfangsphase des Vereinslebens zu kämpfen. Ein großes Maß an Eigeninitiative und Aufopferung waren erforderlich um das Geplante zu vollbringen. Die angestrebten Ziele waren vielfältiger Art. Neben der Erweiterung des sportlichen Angebots mit tiefgreifender Breitenarbeit stand auch der Auf- und Ausbau des Sportgeländes mit im Vordergrund der Vereinsarbeit.

Wir müssen für die Zukunft planen“ – hierin scheint auch das Geheimnis um die weitere erstaunliche Entwicklung des Vereins gelegen zu haben.

Sportfreunde SportanlageNach nur einjährigem Bestehen waren die Sportfreunde bereits der größte Verein Seligenstadts. Das Vereinsregister verzeichnete im April 1949 schon 444 Mitglieder. Nach 10-jährigem Bestehen war die Mitgliederzahl im Jahr 1956 auf 555 angewachsen. Am 1. August 1968 konnte das 1000. Mitglied begrüßt werden. Damit war die Entwicklung aber noch nicht am Ende. 1310 Mitglieder aller sozialen und beruflichen Schichten waren es beim 25-jährigen Vereinsjubiläum 1971. Der Höchststand der Mitglieder war 1977 mit 1526 erreicht.

Der Wunsch vieler Sportinteressierter war Anlaß und Motivation für den Vereinsvorstand, das sportliche Angebot kontinuierlich zu vergrößern. Den Mut, neue Sportarten in Seligenstadt einzführen, schöpfte der Vorstand aus den Erfolgen und Erfahrungen zu zurückliegenden Jahre.

Diese Entwicklung sah wie folgt aus

  • ab 1946
    • Fußball
    • Schach
    • Leichtathletik (bis 1952 und wieder ab 1969)
    • Tischtennis (bis 1962)
  • ab 1947
    • Gymnastik
  • ab 1954
    • Tennis
  • ab 1964
    • Ausgleichsport
  • ab 1969
    • Bogenschießen
    • Ju Jutsu
  • ab 1973
    • Volleyball
  • ab 1990
    • Seniorensport

Nicht nur sportliche Aktivitäten wurden gefördert, auch auf die Intensivierung der kulturellen Arbeit legten die Sportfreunde von Anfang an besonderen Wert. Man braucht nur an die beliebten Bunten Abende unter Mitwirkung vereinseigener Kräfte, an die Theateraufführungen und Tanzveranstaltungen zu erinnern. Nicht zu vergessen auch das Sportfreundeaufgebot für den Rosenmontagszug und nicht zuletzt kamen viele Fastnachtsprinzen  aus den Reihen des Vereins. Bereits ab 1947 waren die tollen „Sportfreunde-Maskenbälle“ ein Begriff.

Eine dynamisch und zielstrebig arbeitende Vereins-und Abteilungsführung waren stets die Stärken des Vereins.

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28. Okt 2017
16:00 -
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17. Nov 2017
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